Wie ich wurde was ich bin: Mein Weg in die virtuelle Assistenz

Selfie einer Frau mit grünem Pulli und roten Haaren

Geschrieben von VAfriederike

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Juni 6, 2022

Meine Kindheit

Am 12. Februar 1986 erblickte ich das Licht dieser Welt. Das erstaunliche – ich war ein mehr oder weniger geplanter Kaiserschnitt, ein Frühchen und die Ärzte holten mich an einem ganz besonderen Tag. Dem Geburtstag meiner Mutter. Ich war das schönste Geschenk meiner Mama. Zeit unseres gemeinsamen Lebens feierten wir also unsere Geburtstage zusammen. Das hatte viele Vorteile. Ich konnte immer ungestört meinen Kindergeburtstag feiern – meine Mama übernahm die Familie. Perfekt!

Meine Kindheit war geprägt von Liebe und Hingebung. Mein Opa war Gärtner mit einer eigenen Gärtnerei. Schon früh verdienten meine Schwester und ich uns einen kleinen Obolus. Geld in Form eines kleinen Plastikbeutels, gefüllt mit 1 und 2 Cent Stückchen. Wir halfen zum Beispiel pikieren. Noch Jahre später hatte ich eine Abneigung gegen die Gärtnerei. So lange, bis ich den Garten für mich und meine Familie entdecken sollte.

Meine Familie war und ist kreativ. Meine Tante arbeitet am Theater und ist gelernte Schneiderin, meine Mama sang im Chor und liebte die Malerei, mein Opa spielte verschiedene Instrumente und war ein wahrer Maler, meine Schwester betreibt mittlerweile ein eigenes kleines Lampendesign-label- Coucoufou, eine Cousine malt, die andere kreiert tolle Hundeaccessoires. Ich verfiel schon früh der Reiterei, mit 7 Jahren durften wir das erste Mal zum Reitunterricht. Ich blicke auf freie, unbeschwerte Tage zurück. Eine Zeit mit Pferdeträumereien und Herumstromern.

 

Die Jugend

Ich durfte alles ausprobieren. Zu Hause hatte ich quasi Narrenfreiheit. Ich ging zur jungen Gemeinde, ich war jeden Tag im Reitstall, eine Zeit lang tanzte ich und ich versuchte mich auch an der Laienschauspielerei. Meine Berufswünsche? Pferdepflegerin oder Schauspielerin.

Und da war noch etwas. Schon in der Schule war ich immer etwas anders. Alle anderen formierten sich in Cliquen. Ich hatte dem nie etwas entgegenzusetzen und hatte meine Bücher. Ich liebe Bücher. Ich liebe lesen. Zum Beispiel im Französischunterricht unter dem Tisch. Meine arme Französischlehrerin. Damals ging der Harry-Potter-Hype los. Ich liebe Harry Potter und gehörte zu jenen, die mit dem ersten Buch mit wuchsen.

Aber auch die Pferde verfolgten mich immer noch. Klasse 11, Montags. Wir hatten zwei Stunden Unterricht, dann 5 Freistunden, gefolgt von einer Stunde Biologie. In dieser Stunde Bio kam ich natürlich schon in Reitklamotten, danach ging es ja direkt in den Stall. Jeden Tag Stall, unter der Woche, am Wochenende. Jeden Tag der Sommerferien. Stall for life!

 

Die Reitkleidung war schon früh mit dabei,

The Rise of the Internetage

Wie alt bist du? Kennst du noch die Modemzeit? Ich schon. Irgendwann hatten wir unseren ersten Computer zu Hause. Wir mussten uns entscheiden – surfen oder telefonieren. Beides ging nicht. War man im Netz, hörte man noch die Modemmelodie. Sie wird ewig in meinem Ohr bleiben!

Damals hatte ich noch eine E-Mail-Adresse bei surfeu.de. E-Mails checken dauerte ewig. Mit dem ersten schnelleren Anschluss probierte ich mich auch an meiner ersten Website aus. Man muss ja mal versuchen, wie das so geht. Damals leuchteten und blinkten noch alle möglichen Zeilen auf. Schon etwas peinlich.

Mein Weg in die weite Welt

Mein Wunsch nach Autonomie war schon immer sehr stark. Mit 14 war mir klar, dass ich entweder auf ein Schulaustausch in die USA möchte, oder aber als Au-pair nach meiner Schulzeit. Dies hing ich als Credo sogar an meinen Schrank. Über Jahre klebte an diesem besagten Schrank ein Zettel „Ich möchte in die USA“.

Auch wenn es nicht die USA wurde, packte ich doch mit Abschluss der Schule meine Koffer. Erster Stopp. Großbritannien. Über Bekannte ergatterte ich ein Praktikum bei Baumüller und durfte einige Wochen im Office London arbeiten. Hört sich spannend an. War es auch. Also die Londoner Zeit, weniger die Bürozeit. London ist vielfältig, ein wahrer Meltingpot der Kulturen, aber auch sehr laut. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf Großstadt, also zog ich weiter nach Sölden/ Österreich, um in der Gastronomie zu arbeiten und Snowboarden zu lernen. Von da an ging es von einem zum nächsten Punkt auf der Weltkarte. Ich probierte mich als Au-pair in Frankreich aus, fuhr per Anhalter nach Spanien und wieder zurück. Arbeitete als Tourenbegleiter in Schweden und als Jugendreiseleiter in Ungarn und Spanien. Das Reisefieber hatte mich gepackt.

Studienjahre

Irgendwann kommt der Punkt, an welchen man sich dem Umfeld beugt. Zumindest bei manchen, so auch bei mir.

Mach doch mal was Richtiges!

So fing ich an, etwas Richtiges zu tun. Ich studierte Tourismus in den Niederlanden, absolvierte mein Auslandssemester in Nordnorwegen und mein Auslandspraktikum in Neuseeland. Ist das OK für mein Umfeld? Nein, so richtig auch nicht. Sei es drum. Ich arbeitete im Kletterwald, übernahm sogar einen Wald als Betriebsleiter. Ich erfüllte mir einen Traum. Der Traum vom eigenen T4. Umgebaut als Wohnmobil. In meinem Rumtreiber war ich flexibel und wohnte auch eine ganze Zeit lang darin. Vanlife zu Beginn der Vanlife Zeit. Ich ging nach Großbritannien, um Sporttourismus zu studieren und begann so richtig mit dem Sport. Während meines Studiums bot mir mein Professor an, mich doch als Doktorand zu bewerben. Zu gerne hätte ich diese Stelle angenommen, doch leider war es mir finanziell nicht möglich, dies zu tun. Denn ein Studium in Großbritannien ist kostspielig und ich hatte keine Lust, die nächsten Jahre weiter am Hungertuch zu nagen.

Mein Sport

Sport verfolgt mich in der ein oder anderen Form schon mein ganzes Leben. Als Kind probierte ich mich im Tanzen aus. Dann kam der Reitsport hinzu. Ich war ein typisches Stallmädchen. Von Früh bis Abends im Stall, mit allen Herausforderungen, die das Stallleben so mit sich bringt. Ausmisten, Füttern, Koppelzaunbauen, Unterricht geben, Training reiten, an kleineren Turnieren teilnehmen. Das Komplettprogramm Pferdeduft für ein pferdeverrücktes Mädchen.

Sidenote: In einer Turniersaison fuhr mich mein Papa auf jedes Turnier. Er konnte zum Ende der Saison ein Pferd führen, putzen, Satteln, Trensen, konnte mir Hindernisse zum Abspringen aufbauen und – Achtung, jetzt kommts – er hat damals selbst begonnen, Kutsche zu fahren! 🙂

Irgendwann kam mein Interesse für anderen Sport hinzu. Ich liebe alle Arten von Outdoorsport. Skifahren, Snowboarden, Fahrrad fahren. Kanu fahren, Crosslaufen. In Neuseeland absolvierte ich eine Probestunde im Paragliden – Megacool!

Während meiner Studienzeit hatte ich das erste Mal Kontakt zum Kampfsport – im Mekka des K1- in den Niederlanden durfte ich beim Bootcamp teilnehmen. Eine Leidenschaft wurde geboren. In Neuseeland bin ich eine Zeit in eine Gym gegangen, in der auch Boxer trainierten. Die stellten sich als wahre Götter für mich dar!

Zurück in Deutschland ging ich zum ersten Mal in ein Kickboxstudio und ich fing mit Shotokai-Karate an. Dann kam sie – meine Zeit in Großbritannien und damit der Start eines komplett anderen Lebens.

Luton ist eine kleine Stadt nördlich von London, bekannt unter anderem für deinen Flughafen. Bist du schon mal it mit Easyjet nach London geflogen, wirst du am Flughafen London-Luton angekommen sein. Aber sehr viel mehr hat die Stadt leider nicht zu bieten. Ich brauchte einen Ausgleich von einem Studium, in welchen wir pro Woche mindestens 1 komplettes Buch zusätzlich zum restlichen Pensum durcharbeiten mussten. Ich benötigte ein Ausgleich zum Lärm, zur tristen Umgebung, zum grauen UK-Wetter, zu den toten Ratten und der Kotze auf der Straße. Und ich fand meine Berufung in der Storm Gym, einer Kampfsportschule, ausgerichtet auf Ringsport geleitet von Amir Subasic.

Mein Weg war klassisch. Erst eine, dann zwei, dann drei, später an sechs Tagen pro Woche Training. Während meiner Vorbereitung zu meinem ersten Kampf zweimal pro Tag.

Ich liebte es. Ich liebte den Schweiß, die blaue Flecke, den Geruch, das Beating, Ichhatte wahnsinnige Angst vorm Sparring, aber ich stellte mich diesen Ängsten immer wieder aufs Neue. Ich wurde belohnt. Ich wurde belohnt mit einer Liebe zum Ringsport, mit einer Passion immer wieder in den Ring zu steigen und sein Bestes zu geben.

Auch wenn ich mittlerweile eher aufgequollen und wahnsinnig unsportlich aussehe, ist mir diese Liebe geblieben. Die Liebe zum Weitermachen, zum Grind. Die Liebe zum Muskelkater und einem guten Schlagabtausch

Im weiteren Verlauf nahm der Sport immer wieder einen sehr hohen Stellenwert ein. Zurück in Deutschland trainierte ich unter anderem in Ueckermünde beim Team MK Sports. Mit Mirko nahm ich an einer Amateur WM in London und einer Amateur-WM der WKU in China teil. Ich stieg für die Final Fighters und Eva in den Ring und probierte mich im klassischen Kickboxen aus.

Auch wenn ich sicherlich nicht mehr in den Ring steigen werde, da es meine Arbeit, meine Familie und mein Grundstück nicht zulässt die nötige Zeit zu investieren, hoffe ich dennoch wieder zum Training zurückkehren zu können! One Day, Baby. One Day!

Familie

Wie das Leben manchmal so mitspielt. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals eine Familie oder Kinder oder eine längere Beziehung haben würde. Wie das Leben so manchmal mitspielt, kann sich auch das schlagartig ändern.

Irgendwann begegnete ich ihm: meinem Soulmate. Eine klassische Liebesgeschichte, ohne viel Schnickschnack außen herum. Schnell zogen wir zusammen, 2 Jahre später heirateten wir standesamtlich und bekamen unser erstes Kind. Ich wollte mindestens 2 Kinder und einen geringen Altersabstand, so machte sich dann weitere 2 Jahre später auch Kind Nummer 2 auf den Weg. Und mit der Geburt starteten wir auch direkt in die Coronapandemie. Das heißt, für uns gab es in dieser Elternzeit kein Babyschwimmen oder Krabbelkurse, vielmehr beide Kinder über einen sehr langen Zeitraum zusammen daheim. Viel Familienzeit zu viert, viele Spaziergänge. Wir sind eine süße, kleine, kuschelige Familie und lieben die gemeinsame Zeit. Wir lieben es gemeinsam auf dem Boden zu sitzen, Kaffee zu trinken und uns bespielen zu lassen. Ja, diese erste Zeit war hart, ungewiss. Im Rückblick weiß ich gar nicht, wie ich das alles schaffen konnte- Pandemie – 2 kleine Kinder zuhause und keine Unterstützung der Familie. Einen besonderen Dank geht da an Franzi, die große Schwester und Ikone der Kleinen, die heiß geliebte Fürstinfranzi, mit deren Hilfe einfach vieles leichter ging, gerade in dieser Anfangszeit! Ich denke, jeder braucht eine Franzi 😊

Mittlerweile leben wir ein idyllisches Leben mit Haus und Garten. Man mag es nicht glauben. Ich bin zum Familienmensch mutiert.

Heute – Beginn einer Selbstständigkeit

Während meiner Elternzeit fing ich an, mich selbstständig zu machen. Schreiben war schon immer mein Ding, besonders das akademische Schreiben. So bewarb ich mich bei einigen Agenturen und wurde genommen. Von da an schrieb ich als akademischer Ghostwriter. Wegen Pandemiebedingungen meistens nachts und in jeder möglichen Sekunde unterm Tag, in dem ich mal ein paar Minuten Freizeit hatte. Nach der Elternzeit gingen mein damaliger Arbeitgeber und ich getrennte Wege und ich beschloss, den Sprung in die Vollselbstständigkeit zu wagen. Damals dachte ich noch, als Ghostwriter verdient man nicht genug Geld, deshalb legte ich meinen Fokus vorerst auf die virtuelle Assistenz. Mir als Scannerpersönlichkeit taten sich damit neue Welten auf! Ich konnte mich in meinem eigenen Tempo weiterentwickeln, neue Dinge lernen und war nicht auf eine Sache beschränkt. Mittlerweile mache ich beständig mindestens eine Weiterbildung, lerne neue Dinge, Netzwerke oder bin in Akademien unterwegs.

Ich lernte online Marketing an der DMI, absolvierte ein Verkaufscoaching, bin in der Digitalfrei Akademie und im Stark mit Worten Club. Aktuell bilde ich mich weiter im Launch Management von Kristin Holmund Katharina Lewald. Zu meinen Kunden zählen Agenturen, Studenten und Projekte. Ich manage, konzipiere und schreibe und bleibe meinen Fachtexten, Blogartikeln und akademischen Arbeiten trotz alldem weiterhin treu. Möchtest du mehr über meine Leistungen erfahren? Dann schau mal hier.

Ich bin glücklich, dass machen zu dürfen, worauf ich wirklich Lust habe. Ich kann mich ausleben und ausprobieren und finde damit auch immer wieder zurück zu mir. Ich darf immer wieder neue Aspekte lernen und versuche all meinen Kunden bestmöglich gerecht zu werden!

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Hallo und herzlich willkommen auf meinem Blog! Hier werde ich mit den kommenden Postings immer wieder über mich und...

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